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Monat: Mai 2021

Es ist immer schlimm …

Es ist immer schlimm …

… aber so weh wie dieses Mal tat es noch nie …

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Die Segel … die hatte Elisabeth schon längst gesetzt. Heute hieß es: „Leinen los!“
 
An einem im Grunde genommen so schönen Vormittag (die Sonne schien, die Vögel zwitscherten) haben wir sie auf ihrem letzten Weg begleitet …
 
Bekuschelt, verwöhnt, gekrault und bekocht … all das haben wir in den letzten Tagen gemacht. Nun noch einmal „vorne“ mitfahren (hat sie so geliebt, als sie noch Einzelhund war) … die Crew im Kofferraum … und Jörg, der für „seine Elisabeth“ alles stehen und liegen lassen hat. Er hatte ihr mal versprochen, dass ER an ihrer Seite wäre, wenn der Tag käme …
 
Wir haben Elisabeth heute eine schöne Reise gewünscht, die Arzthelferin hat das Fenster geöffnet, so dass Elisabeths Seele frei davonfliegen konnte. Nun hat Jörg sie gebeten, auf der anderen Seite auf ihn zu warten …
 
Es ist immer schlimm. Aber so weh wie heute – so weh hat es noch nie getan, und ich habe das schon 3x hinter mir. Ein kohlrabenschwarzer Nachmittag mit passendem Wetter: es regnet. Der „Elisabeth-Platz“ im Haus ist leer, sie fehlt entsetzlich. Dennoch wissen wir, dass wir Elisabeth heute das letzte Mal unsere Liebe gegeben haben. Es gab kein Zurück mehr. Letztlich hat ihre Leber aufgegeben.
 
Elisabeth’s Zustand hat sich in den letzten und nur wenigen Tagen rapide verschlechtert. Sie hat sehr viel Flüssigkeit verloren (viel Galle und auch viel-viel Wasser gekotzt). Sie hat Trockenfutter verweigert, bis gestern morgen aber noch gerne selbstgekochtes angenommen. Und auch das hat sie gestern Abend auch eingestellt.
 
Heute wurde kein Futter, kein noch so feines Leckerlie mehr angenommen. Und das Wasser, dass sie morgens getunken hatte, kam auch gleich wieder zurück. Wie so oft und dann auch nicht nur 1x täglich in den letzten Tagen. Worauf hätten wir warten sollen? Darauf dass sie verhungert, verdurstet/dehydriert und uns dann zusammenbricht?
 
Zu der Kotzerei hat sich vor 2 Tagen auch noch ein ganz übeler Husten dazugesellt (erinnerte mich an die Verletzung der Luftröhre, als Elisabeth in einer Narkose zu früh aufwachte und sich am Tubus verletzt hatte), einer, der Elisabeth auch sehr mitgenommen hat. Tag und Nacht.
 
Unser TA: es sei ohnehin erstaunlich, dass Elisabeth mit ihrer Vorgeschichte, die so aufgelaufen war, so lange durchgehalten hat. Eine kleine Kämpferin.
 
Heute aber hatte sie keine Kraft mehr, weiter zu kämpfen. Hat man ihr angesehen. Der TA auch. Er hat uns gut betreut, begleitet und Elisabeth lag friedlich in Jörgs Armen, als ihr Herz aufhörte zu schlagen … (und mit dem letzten Herschlag hat sie noch ihre Zunge rausgestreckt). Wir sind heute unendlich traurig, aber auch glücklich darüber, diese für uns beide ganz besondere Hündin an unserer Seite gehabt zu haben. Wir haben mit ihr so viele schöne Stunden erlebt … Elisabeth, die in wenigen Tagen, am 16. Mai = 9 Jahre alt geworden wäre.

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Viel zu kurz, viel zu wenig Zeit. Elisabeth hätte theoretisch noch ein ganzes halbes Leben vor sich. Aber: es waren so schöne Jahre mit ihr … Besonders ist: nicht wir hatten sie damals ausgesucht, sondern sie = uns. Jörg – die beiden verband etwas ganz besonderes.

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