Tatortreiniger …

Tatortreiniger …


 

Tatort Dachschräge (Marder) – in unserem Fall: der Säckel hat es sich bei uns unter dem Dach gutgehen lassen, eine kurze Weile da gelebt – so mit allem drum und dran: Mahlzeiten&Klo … hinter jener Tür …

Den Marder sind wir inzwischen längst schon wieder los (hatten einen Ungeziefer-Experten hier), nur diese Tür – die hatten wir einfach nicht auf dem Schirm, damit auch nicht, da mal zu checken, ob da was war, was da nicht sein sollte. Nun war es soweit. Da wir umbauen, stand die Frage nach Ersatzfliesen im Raum. Andrea: „wenn = dann“ – nämlich evtl. hinter jener Tür. Jörg: Tür? Und so kam der Stein ins Rollen.

Letzter Sonntag: erster Blick hinter die Drempeltür, mal sehen, was da so unter der Dachschräge lagert. Tür auf, Blick rein, Tür zu. Marderhinterlassenschaft. Bloß nix einatmen. Planen. Schutzausrüstung und Desinfektion – die aber gleich hardcore, mit solchen Hausfraumittelchen wie Sagrotan braucht man gar nicht anfangen. Rückfrage bei unserer Nachbarin (Apothekerin), ob sie dazu eine Idee hätte. Hatte sie … Zur Desinfektion Isopropanol 70% (sie: tötet so gut wie alles, mindestens 1 Min. einwirken lassen) …

Gestern nun ging’s ans Werk. Gleich nach dem Aufstehen (je eher daran, je eher davon). Glücklich war er nicht, unser „Tatortreiniger“ … (wir übrigens auch nicht, wir wurden in den Smart gesteckt, damit wir da ja nichts einatmen oder unser Fell irgendwas anzieht wie so ein Magnet) …

Sah für uns nach Ausflug in den Wald aus. Haben wir dann auch bekommen – später eben … erstmal hieß es nun: warten.

Derweil ging es im Haus zur Sache …

Und wie immer, wenn Jörg hier in der Hütte Hand anlegt, passiert das: ihm springen die  Baufehler des Fertighausherstellers ins Auge … Gestern: die Dampfsperrfolie ist liederlich angeklebt, stellenweise nur angeschossen. Sowas sollte hermetisch abgeklebt sein. Und Jörg weiß, wovon er spricht, er hat viele Jahre Berufserfahrung, unter anderem hat er lange in der Schweiz gearbeitet, in einer Schreinerei in einem kleinen Ort, und da wurde so ziemlich „alles“ gemacht; wie sagte er zu dem Bild von gestern? Dafür hätte Thomas (sein damaliger Chef) ihm die Ohren langezogen, wenn er (Jörg) gewagt hätte, so eine Arbeit abzuliefern …


 

Interessant auch das hier: unser Dachstuhl ist gegen ein Verrutschen doch tatsächlich mit einer einzigen ganzen Schraube da am Träger „gesichert“ …

Herzlichen Dank auch lieber Fertighaushersteller! Ihr Unternehmen ist uns immer wieder ein „Vergnügen“ – Ihre Einladungen zu „Erlebnistagen“ bei Ihnen brauchen wir wirklich nicht – diese Tage haben wir hier, den Weg zu Ihnen können wir uns schenken.


 

Jörg: diese Firmen wissen, dass ihre Käufer keine Ahnung vom Bau haben. Da muss es schnell gehen. Time is money. Und damit: rasch bei Pfusch.

Oh klar: Andrea steht zur damaligen Kaufentscheidung. Ja, es musste schnell gehen, eine große Wartezeit war nicht im Plan (Andrea und Otto waren damals aus den USA zurückgekommen, wo sie zuvor 1,5  Jahre gelebt hatten – sie brauchten hier nun ein Zuhause) und ja – weder sie noch Otto (verstorbener Ehemann) hatten (haben) auch nur einen kleinen Schimmer von dem, was „Bau“ bedeutet.

(Gott sei Dank: unser Jörg schaut heute genau hin – und hat hier schon so manches auf Vordermann gebracht.)


 

Der gestrige Einsatz war vor allem: brisant (ja nichts einatmen!) und: schweißtreibend. Jörg war patschnass in seinem Schutzanzug …

Klar: in dem engen Raum zusammen mit seiner Baustellenlampe (zusätzlich zur Stirnlampe) …

Letztlich war der Raum geräumt, und zwar von wirklich „allem“. Ein Teppichrest lag da so rum, über den dürfte der Marder sich gefreut haben (schön weich/warm) … wir fragen uns: warum waren Andrea und Otto so blöd, den Rest überhaupt aufzuheben? Mit dem Rest kann keiner was anfangen. Wenn bei uns ein Teppich in die Knie geht, hilft das Stück Null weiter. Lerneffekt: nie wieder.

Zum Vorschein kamen aber auch Ersatzfliesen, vor allem jene, die Jörg dann im Keller brauchen könnte, wenn da wegen der Umbauten Wasser/Abwasser verlegt werden müssen, dafür die Wand geöffnet wird. Einfach tröstlich zu sehen, dass Ersatz vorhanden ist (nachkaufen = ausgeschlossen, diese Fliesen sind ganz sicher nicht mehr auf dem Markt).

Während der Teppich (sehr gut eingewickelt in eine dicke Folie, alles gut verklebt) auf für den Abtransport bereit liegt, stehen die Fliesen auf dem Dachgarten (Garagendach) zum Desinfizieren an, bevor sie dann in den Keller wandern.

Ein Fall für den Müll war klar auch Jörgs Schutzanzug sowie seine Schuhe (er hatte noch „ältere“ in der Werkstatt liegen, eben für solche Fälle). Seine Arbeitskleidung wurde nach dem Ausziehen sofort in die Waschmaschine gesteckt – Andrea’s Sachen gleich mit dazu. Für Andrea & Jörg: Dusche! Sich einfach wieder sauber fühlen. Und dann endlich waren wir an der Reihe. Frische Luft für alle: auf in den Wald. 

Der Marder – der schleicht zwar immer noch um unsere Hütte (neulich hat uns unser einer Nachbar ein Beweisfoto [Wildkamera] geschickt), aber: sie ist für ihn verschlossen, dicht, zu, aus, Feierabend. Jörg hat die Einstiegslöcher mit Kupferteilen verschlossen. Reinkommen = unmöglich. Sehr zum Ärger des Marders, der gelegentlich noch über das Haus läuft (Andrea hört sowas). Wütend muss er sein – er hat uns auf dem Dach eine Dichtung zerkratzt. Ist tatsächlich mal bei „schrägem Starkregen“ (Unwetterartig) Wasser ins Haus gelaufen. Hat Jörg auch wieder in Ordnung gebracht. Soll sich der Marder mal hübsch ein anderes Zuhause suchen. Und nach dem gestrigen Sonntag sagt Andrea: Marder ist wie Ungeziefer. Was zählt da die Sorge um ein Auto und seine Kabel? Marder im Haus ist das Allerletzte. Wenn ein Marder sich länger an einem Ort heimisch fühlt, wird die Behausung versiffen. Das kann soweit gehen, dass ein Dach komplett abgetragen werden muss (hat der Ungeziefer-Jäger erzählt), um seine „Sauereien“ zu entfernen. Man bedenke: ein Marder hinterläßt da, wo er lebt = Blase/Darm/Restbeute (fragt nicht, was Jörg gestern „gefunden“ hat) … *irk* …

Nun, der gestrige Tag ging auch vorbei. Jörg zu den Bildern: uiiii – auch das „verschwitzte“ wird gezeigt? Andrea: ja – warum nicht? Ist nichts schlimmes, kein schlechtes Foto, kein diffamierendes oder so. Es zeigt das pure Leben – eines, dass eben für einen Schreiner auch nicht immer schön/lustig ist. Der gestrige Einsatz war privat, es kann aber auch berufliche „Herausforderungen“ dieser Art (ähnlich) geben …

Der Schreiner

„Meister Eder und sein Pumuckel“. Davon ist Jörg weit weg. „Is nich mit son’m büschen rumschnitzen am Holz“, Kleinteile in der Hand, gemütliche Stube, abends samt Dackel = Kneipe/Biergarten. Und das alles auch noch so, dass soviel Geld verdient wird, dass es zum Leben reicht. Schöner Traum, auch für uns (leben wir immer mal im Urlaub   ).



Da passt kein Blatt zwischen: Schreinermeister Jörg und sein Pumuckl „Elisabeth“, der (fuchs)roten Cairnhündin, die mit Jörg von Anfang an ein ganz besonderes Band verbindet .


 

Die Realtiät

Meistens sind die Arbeiten, die Jörg so in den Händen hat zuerst einmal eines: schwer bis sackschwer (gewichtig). Und dann: Holz ist eine Sache, es zu bearbeiten die andere. Ist ja nicht so, dass alle Leute vom Schreiner Möbel in Holzoptik erwarten, statt dessen: schöne Farben, schöne Oberflächen … (ohne „kleinem Chemielabor“, wie es hier oft genannt wird, also Farben/Lacke/Lösungsmittel/Öle … läuft es nicht).

 

Das mal für heute vom See …

 

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